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Die Unterlagen — und was gilt, wenn sie fehlen

Zeugnis, Fächerübersicht und Praxisnachweise in vereidigter Übersetzung. Fehlen Papiere ohne eigenes Verschulden, stellt § 14 BQFG die Qualifikation über Arbeitsproben und Fachgespräch fest.

✓ Geprüft: 22.8.2026

WAS ZU TUN

DOKUMENTE 6
KOSTEN

Der Abschluss allein entscheidet nichts. Verglichen wird der Inhalt: welche Fächer, wie viele Stunden, wie viel Praxis. Deshalb ist die Fächer- und Stundenübersicht das wichtigste Papier im Stapel — und nicht die Urkunde mit dem Siegel.

§ 5 BQFG listet fünf Pflichtstücke, und zwei davon stehen in keinem Zeugnis: die tabellarische Aufstellung Ihrer Ausbildung und Tätigkeiten auf Deutsch und die Erklärung, dass Sie bisher keinen Antrag gestellt haben. Beide fehlen am häufigsten — mit der Folge, dass der Antrag unvollständig ist und die Frist noch nicht läuft.

Und wenn der Stapel unvollständig ist, endet der Weg nicht. § 14 BQFG kennt den Fall, dass Nachweise unverschuldet fehlen — nach Flucht, Krieg oder weil eine Hochschule nicht mehr existiert. Dann wird die Qualifikation über andere Wege festgestellt: Arbeitsprobe, Fachgespräch, Prüfung, Gutachten. Der Weg ist länger, aber er ist im Gesetz vorgesehen und kein Gnadenakt.

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Details und Tipps
👩🏼‍💼
Lea empfiehlt:

Die Stundenübersicht je Fach ist das Dokument, das am häufigsten fehlt und am schwersten nachzubeschaffen ist. Holen Sie sie sich von der Hochschule, bevor Sie irgendetwas übersetzen lassen — ohne sie vergleicht niemand Ihr Studium mit dem deutschen.

👨🏻‍💻
Max empfiehlt:

Ein Bekannter liess erst alles übersetzen und erfuhr dann, dass die Stelle nur vier der elf Dokumente sehen wollte. Erst die Checkliste der zuständigen Stelle anfordern, dann zum Übersetzer — das spart drei Stellen im Preis.


HÄUFIGE FRAGEN

Meine Zeugnisse sind im Krieg verloren gegangen — ist damit alles vorbei?

Nein. § 14 BQFG ist genau für diesen Fall geschrieben: Wer die Nachweise aus nicht selbst zu vertretenden Gründen nicht vorlegen kann, dessen Fertigkeiten stellt die Stelle durch sonstige geeignete Verfahren fest. Das Gesetz nennt Arbeitsproben, Fachgespräche, praktische und theoretische Prüfungen sowie Sachverständigengutachten.

Was muss ich für § 14 BQFG belegen?

Die Gründe, die der Vorlage entgegenstehen — und zwar glaubhaft. Die Stelle darf dafür eine Versicherung an Eides statt verlangen und abnehmen. Belegt wird also nicht der Abschluss, sondern warum das Papier fehlt.

Was übersehen die meisten im Antrag?

Die Erklärung nach § 5 Abs. 1 Nr. 5 BQFG, dass bisher kein Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit gestellt wurde. Sie ist Pflichtbestandteil, steht in keinem Zeugnis und fehlt deshalb ständig — und ohne vollständige Unterlagen beginnt die Drei-Monats-Frist des § 6 Abs. 3 BQFG gar nicht erst zu laufen.

Brauche ich eine Apostille?

Nicht automatisch. Verlangt wird regelmäßig die vereidigte Übersetzung; Apostille oder Legalisation nur, wenn die zuständige Stelle sie für Ihr Herkunftsland ausdrücklich fordert. Fragen Sie vor der Beauftragung nach — sie kostet Zeit und Geld, die oft niemand braucht.

Wer zahlt Übersetzung und Gebühren?

Der Anerkennungszuschuss übernimmt 100 bis 600 € für Verfahren oder Zeugnisbewertung und bis zu 3 000 € je Person für Qualifizierungsmaßnahmen. Voraussetzung ist ein Jahreseinkommen unter 32 000 € brutto, bei Ehepaaren und Lebenspartnerschaften unter 50 000 €.

OFFIZIELLE QUELLEN

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