Die optische Täuschung: Aus 100 € werden 128,50 € (Gebühren) — und mit Punkten und künftiger Versicherungsprämie kostet der Verstoß real das Doppelte. Die Vollkosten zählen bei der Entscheidung.
Bußgeldbescheid im Briefkasten: die Uhr läuft
Für den Einspruch bleiben exakt 2 Wochen ab Zustellung. Fehler in Bescheiden sind keine Seltenheit — aber erst verstehen, was berechnet wurde.
✓ Geprüft: 15.8.2026
WAS ZU TUN
› Details und Tipps
Jeden Bescheid prüfe ich an drei Punkten: Tatdatum gegen Zustellung, Foto (bin ich das), Betrag gegen den Katalog. Beim dritten Brief war es ein fremdes Auto — eingestellt mit einem Schreiben.
Nicht am Empfangstag zahlen: Die Zahlung wird als Akzeptanz gewertet, und einen Einspruch danach noch durchzusetzen ist praktisch aussichtslos. Die zwei Wochen Einspruchsfrist (§ 67 Abs. 1 OWiG) laufen ohnehin — nutzen Sie sie zum Prüfen.
HÄUFIGE FRAGEN
Muss ich den Anhörungsbogen beantworten? ▾
Die Halterdaten ja, ein Geständnis nein. Sie dürfen schweigen, wer gefahren ist — nahe Angehörige ebenfalls.
Der Bescheid kam 4 Monate nach dem Verstoß — noch zulässig? ▾
Die Verjährung beträgt bei den meisten Verkehrsverstößen 3 Monate bis zur ersten Verfahrenshandlung (der Anhörungsbogen unterbricht sie). Kam er später ohne Unterbrechung, ist die Einstellung realistisch.
Bescheid vs. Anhörungsbogen? ▾
Der Anhörungsbogen ist die Anhörung („äußern Sie sich“ — Pflicht nur zu den Personalien). Der Bescheid ist die Entscheidung mit Einspruchsfrist. Wer sie verwechselt, verliert Fristen.
Ich bin nicht gefahren — trotzdem zahlen? ▾
Die Buße trifft den Fahrer. Benennen Sie ihn — sonst droht die Fahrtenbuch-Auflage.