Der Reha-Antrag ist kein Fragebogen, sondern eine Begründung. Der Träger sieht die Person nie und entscheidet danach, wie ihr Zustand beschrieben ist. Daraus folgt die praktische Regel: Je konkreter die Einschränkungen stehen, desto weniger Anlass gibt es für eine Ablehnung aus formalen Gründen.
Der Antrag: Begründung, Unterlagen und Wahl der Klinik
Entschieden wird nach Aktenlage, nicht im Gespräch. Das Gewicht trägt die ärztliche Begründung, und das Recht auf einen Wunsch zur Klinik steht im Gesetz.
✓ Geprüft: 2.8.2026
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› Details und Tipps
Beschreiben Sie im Antrag einen gewöhnlichen Tag vor der Erkrankung und einen gewöhnlichen Tag heute, punktweise. Dieser Text liest sich als Tatsachen und nicht als Klage, und genau er zeigt den Unterschied, wegen dessen Reha bewilligt wird.
Im ersten Antrag standen die Diagnose und das Wort Erschöpfung. Es kam eine Ablehnung. Im zweiten schrieb ich, dass ich keine Schicht im Stehen durchhalte und nach einer Stunde die Konzentration verliere, und legte Befunde bei — die Entscheidung fiel anders aus.
HÄUFIGE FRAGEN
Was entscheidet im Antrag am meisten? ▾
Die Beschreibung der Einschränkungen in konkreten Tätigkeiten. Die Diagnose allein sagt wenig: Entschieden wird danach, was jemand nicht mehr kann — eine Schicht stehen, Lasten heben, Konzentration halten, Auto fahren. Ein Antrag, der das konkret schildert, wird anders gelesen als einer mit bloßem Krankheitsnamen.
Darf man sich eine Klinik aussuchen? ▾
Das Gesetz verlangt, berechtigten Wünschen der Leistungsberechtigten zu entsprechen und dabei auf die persönliche Lebenssituation, Alter, Familie sowie religiöse Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Das ist keine freie Auswahl aus einem Katalog, aber auch keine leere Formalie: Ein begründeter Wunsch ist zu prüfen.
Womit begründet man die Wunschklinik? ▾
Es zählen sachliche Gründe: der Schwerpunkt der Klinik bei dieser Erkrankung, eine benötigte Fachrichtung, sprachliche Möglichkeiten, Nähe zum Wohnort wegen der Pflege von Angehörigen. Formulierungen darüber, wo es angenehmer ist, tragen nichts.
Wie lange dauert die Entscheidung? ▾
Das Gesetz gibt den Takt über Fristen vor: Nach Klärung der Zuständigkeit entscheidet der Träger innerhalb der vorgesehenen Frist, und ist ein Gutachten nötig, knüpft der Lauf an dessen Vorliegen an. In der Praxis verschiebt sich das, dann lohnt eine schriftliche Sachstandsanfrage mit Datum.