Von diesem Schritt erfahren die meisten zuletzt, dabei geht es um das größte Geld der Scheidung. Das Gericht teilt die in den Ehejahren erworbenen Rentenanrechte hälftig — und zwar selbst, ohne dass jemand darum bittet. Ihre Aufgabe ist, den Fragebogen nicht zu übersehen und vollständig auszufüllen.
Versorgungsausgleich: die Rentenanrechte teilen sich von selbst
In der Ehe erworbene Anrechte teilt das Gericht hälftig und von Amts wegen — ein Antrag ist nicht nötig. Der am meisten unterschätzte Teil der Scheidung: Es geht um Geld, das erst in Jahrzehnten fließt.
✓ Geprüft: 15.8.2026
WAS ZU TUN
› Details und Tipps
Den Rentenfragebogen habe ich in Eile ausgefüllt und die Betriebsrente vom alten Arbeitgeber vergessen. Das kam im Termin heraus und kostete zwei Monate Verzögerung.
Wer in der Ehe weniger verdient oder Kinder betreut hat, profitiert hier meist am stärksten. Wenn das auf Sie zutrifft, unterschreiben Sie keinen Verzicht, ohne ihn dem eigenen Anwalt gezeigt zu haben.
HÄUFIGE FRAGEN
Muss ich den Versorgungsausgleich beantragen? ▾
Nein, bei einer Ehe von mehr als drei Jahren führt ihn das Gericht von Amts wegen durch. Genau deshalb wird er so oft übersehen: Er läuft ohne Zutun der Beteiligten und wird mit der Scheidung beschlossen.
Was genau wird geteilt? ▾
Die in der Ehezeit erworbenen Anrechte — vom Monat der Heirat bis zum Monat vor Zustellung des Antrags. Jedes Anrecht wird für sich hälftig geteilt, nicht als Gesamtsumme verrechnet. Was davor oder danach entstand, bleibt unberührt.
Kann man darauf verzichten? ▾
Nur durch notarielle Vereinbarung, und das Gericht prüft sie auf Wirksamkeit und Angemessenheit. Eine mündliche Absprache oder ein Brief genügen nicht — eine solche Vereinbarung ist unwirksam.
Und bei einer kurzen Ehe? ▾
Bei einer Ehezeit bis drei Jahre findet der Ausgleich nur auf Antrag eines Ehegatten statt. Stellt ihn niemand, unterbleibt er — und genau dann kann Schweigen den teuer zu stehen kommen, der in der Ehe weniger verdient hat.