Einordnen, was für ein Schreiben vorliegt
Das Wort Abmahnung steht in Deutschland für drei verschiedene Dinge. Klären Sie zuerst, welche davon vorliegt, und prüfen Sie, ob die gesetzlichen Pflichtangaben enthalten sind.
✓ Geprüft: 11.8.2026
WAS ZU TUN
› Details und Tipps
Heben Sie den Umschlag mit dem Poststempel auf, nicht nur das Schreiben. Briefdatum und Zugangstag fallen fast immer auseinander, gerechnet wird ab dem zweiten.
Klären Sie zuerst, wer absendet: Rechteinhaber, dessen Anwalt oder ein Wettbewerbsverband. Davon hängen sowohl die Pflichtangaben ab als auch, welche Kosten überhaupt verlangt werden dürfen.
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HÄUFIGE FRAGEN
Was ist eine Abmahnung in diesem Sinn? ▾
Eine außergerichtliche Aufforderung, eine Rechtsverletzung zu unterlassen. Das Gesetz sieht diesen Schritt ausdrücklich vor: Der Verletzte soll vor Gericht abmahnen und Gelegenheit geben, den Streit durch eine mit angemessener Vertragsstrafe bewehrte Unterlassungsverpflichtung beizulegen.
Ist das dasselbe wie eine Abmahnung vom Arbeitgeber? ▾
Nein, auch wenn das Wort gleich lautet. Die arbeitsrechtliche und die mietrechtliche Abmahnung sind eigene Institute mit anderen Folgen und anderen Fristen. Hier geht es um die Verletzung eines fremden Schutzrechts oder der Regeln des Wettbewerbs.
Was muss im Schreiben stehen? ▾
Name oder Firma des Verletzten, wenn ein Vertreter abmahnt; die genaue Bezeichnung der Rechtsverletzung; die Aufschlüsselung der Zahlungsansprüche nach Schadensersatz und Aufwendungsersatz; und die Angabe, ob die vorgeschlagene Unterlassungsverpflichtung erheblich über die Rechtsverletzung hinausgeht.
Und wenn diese Angaben fehlen? ▾
Das Gesetz sagt es deutlich: Eine Abmahnung, die diesen Anforderungen nicht entspricht, ist unwirksam. Das heißt nicht, dass keine Verletzung vorlag, wirkt sich auf die Ansprüche aus dem Schreiben aber unmittelbar aus.
Kann man den Brief einfach nicht annehmen? ▾
Die Annahme zu verweigern hält keine Frist an und löst nichts. Der nächste Schritt der Gegenseite ist üblicherweise das Gericht, und dort hilft es nicht, das Schreiben nicht gelesen zu haben.