Sobald die Sache vor Gericht geht, greift der zweite Mechanismus. Seine Logik ist eine andere: Es zählt nicht nur der Geldbeutel, sondern auch die Aussicht der Sache, denn aussichtslose Verfahren finanziert der Staat nicht.
Hilfe im Verfahren: Antrag und Raten
Vor Gericht gilt ein anderer Maßstab: hinreichende Aussicht auf Erfolg und keine Mutwilligkeit. Einkommen und Vermögen werden angerechnet, viele zahlen Monatsraten.
✓ Geprüft: 2.8.2026
WAS ZU TUN
Amtsgericht / Mahngericht
BundesbehördeMahnbescheid und Vollstreckungsbescheid laufen über das zentrale Mahngericht Ihres Bundeslandes. Online-Antrag unter online-mahnantrag.de.
› Details und Tipps
Mir wurde die Hilfe mit einer Rate von fünfundvierzig Euro im Monat bewilligt. Ich hatte gedacht, es gibt nur alles oder nichts — dazwischen liegt eine lange Skala.
Füllen Sie die Erklärung vollständig aus und legen Sie die Belege bei. Zurück kommt sie meist nicht wegen des Einkommens, sondern wegen leerer Zeilen und fehlender Nachweise.
HÄUFIGE FRAGEN
Unter welchen Voraussetzungen wird sie bewilligt? ▾
Eine Partei, die nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Kosten der Prozessführung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, erhält auf Antrag Prozesskostenhilfe, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint.
Was bedeutet Mutwilligkeit hier? ▾
Das Gesetz definiert sie über einen Vergleich: Mutwillig ist die Rechtsverfolgung, wenn eine Partei, die keine Prozesskostenhilfe beansprucht, bei verständiger Würdigung aller Umstände davon absehen würde — obwohl hinreichende Aussicht auf Erfolg besteht.
Wie wird der eigene Anteil berechnet? ▾
Vom Einkommen sind bestimmte Beträge abzusetzen: die im Sozialgesetzbuch bezeichneten Posten, bei Erwerbstätigen ein Betrag in Höhe von fünfzig Prozent des Regelsatzes, für die Partei und den Ehegatten jeweils der um zehn Prozent erhöhte Regelsatz sowie die Kosten der Unterkunft. Was bleibt, bestimmt die Höhe der Monatsraten.
Deckt sie die Kosten der Gegenseite bei einer Niederlage? ▾
Nein, und das ist das größte Missverständnis. Die Hilfe betrifft die eigenen Prozesskosten; die Pflicht, der obsiegenden Partei ihre Kosten zu erstatten, entfällt dadurch nicht. Nach diesem Risiko gehört vor der Klage gefragt.