ROUTE
Arbeitsunfall
Durchgangsarzt statt Hausarzt, die Unfallanzeige des Arbeitgebers, Leistungen über das Krankengeld hinaus samt Reha — und ein Monat für den Widerspruch.
✓ Geprüft: 1.8.2026
Ein Arbeitsunfall wird in Deutschland nicht von der Krankenkasse getragen, sondern von einem eigenen Zweig — der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie hat eigene Ärzte, eigene Leistungen und eine eigene Logik, und hinein kommt man nur über den richtigen ersten Schritt. Wer zum Hausarzt geht, startet das falsche Verfahren und hängt den Fall danach wochenlang um.
KOSTEN UND FRISTEN
Wofür auf dieser Route gezahlt wird
- Für Sie als VersicherteBehandlung, Reha und Verfahren trägt die Berufsgenossenschaft0 €
- Beiträge zur Unfallversicherung§ 150 Abs. 1 SGB VII — vom Lohn wird dafür nichts abgezogenzahlt allein der Unternehmer
Die Beträge folgen den amtlichen Gebühren zum Prüfdatum des jeweiligen Schritts. In Ihrer Stadt kann der Satz abweichen — Details im Schritt selbst.
› Mehr über diese Route
Die Route aus vier Schritten geht das System vollständig durch: der Gang zum Durchgangsarzt statt zum Hausarzt, die Unfallanzeige des Arbeitgebers, die Leistungen, die deutlich weiter reichen als normales Krankengeld, und schließlich der Bescheid mit seiner Monatsfrist für den Widerspruch.
Was kaum jemand vorher weiß: Dieses System deckt nicht nur Behandlung und Geld während der Arbeitsunfähigkeit, sondern auch Rehabilitation, Hilfsmittel, Umschulung in einen anderen Beruf und eine Rente bei dauerhafter Minderung der Erwerbsfähigkeit. Über diese Rechte wird nicht von selbst informiert — danach wird gefragt.
WO AM HÄUFIGSTEN GELD UND ZEIT VERLOREN GEHEN
- Zum Hausarzt statt zum Durchgangsarzt gehen. Das startet die normale Behandlung zulasten der Krankenkasse, und die Umstellung kostet danach Wochen.
- Eine kleine Verletzung nicht melden. Folgen zeigen sich später, und den Hergang samt Zeugen nach einem halben Jahr zu rekonstruieren gelingt kaum.
- Die Unfallanzeige des Arbeitgebers nicht lesen. Eine ungenaue Schilderung wirkt auf die Anerkennung, und am Anfang lässt sie sich viel leichter korrigieren.
- Die Monatsfrist für den Widerspruch verstreichen lassen. Sie läuft ab Zugang, nicht ab dem Datum auf dem Schreiben, und ihr Ablauf schließt den normalen Rechtsweg.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR ROUTE
Wie lange läuft die Frist gegen den Bescheid?▾
In der Regel ein Monat ab Zugang, die Frist steht in der Rechtsbehelfsbelehrung. Gestritten wird meist über die Minderung der Erwerbsfähigkeit, also über Gutachten — die sollte man gleich mit dem Widerspruch anfordern.
Was gehört in den ersten Stunden festgehalten?▾
Namen und Kontakte von Zeugen, genaue Zeit und Ort, die Tätigkeit in diesem Moment. Nach Möglichkeit ein Foto der Stelle und die aufbewahrte Überweisung. Diese Einzelheiten einen Monat später zu rekonstruieren ist deutlich schwerer, und genau auf ihnen ruht später der Zusammenhang mit der Arbeit.
Wie lange dauert der gesamte Weg?▾
Der erste Arztbesuch fällt auf den Tag des Ereignisses, die Meldung des Arbeitgebers geht in den nächsten Tagen heraus, Behandlung und Leistungen laufen parallel. Am längsten dauert der schriftliche Bescheid: Das hängt an der Schwere des Falls und daran, ob ein Gutachten nötig war.