ROUTE
Steuererklärung
Wer abgeben muss, welche Abzüge Geld zurückbringen (im Schnitt 1172 €) und womit: App oder ELSTER. Frist für 2026: 02.08.2027.
✓ Geprüft: 15.8.2026
Die Steuererklärung ist der seltene Fall, in dem Bürokratie an Sie zahlt und nicht umgekehrt: Rund 87 Prozent der Abgebenden bekommen Geld zurück, im Schnitt 1172 €. Verpflichtet sind nicht alle — die Pflicht greift bei den Steuerklassen III/V oder IV mit Faktor, bei Nebeneinkünften über 410 €, bei Lohnersatzleistungen über 410 € und bei mehreren Arbeitgebern im Jahr. Alle anderen geben freiwillig ab, und genau sie verlieren am häufigsten Geld, indem sie es gar nicht tun.
KOSTEN UND FRISTEN
Wofür auf dieser Route gezahlt wird
- Apps (Taxfix, Wundertax)~15–40 € pro Erklärung
- ELSTERkostenlos
Fristen, die Sie nicht verpassen dürfen
- Pflichtfälle: 02.08.2027 für 2026Wer abgeben muss — und warum es sich freiwillig lohntharte Frist
Die Beträge folgen den amtlichen Gebühren zum Prüfdatum des jeweiligen Schritts. In Ihrer Stadt kann der Satz abweichen — Details im Schritt selbst.
› Mehr über diese Route
Die Route hat drei Schritte: klären, ob Pflicht besteht, Unterlagen und Abzüge sammeln, und per App oder kostenlosem ELSTER abgeben. Für Pflichtfälle ist die Frist hart: für 2026 der 2. August 2027 (der 31. Juli ist ein Samstag), und Verspätung kostet mindestens 25 € je angefangenem Monat — auch wenn am Ende eine Erstattung steht. Freiwillige haben es nicht eilig: Vier Jahre rückwirkend sind möglich.
Das Wichtigste zu den Abzügen: Die Werbungskostenpauschale von 1230 € wird automatisch berücksichtigt, ohne einen einzigen Beleg. Rechnen und Sammeln lohnt erst darüber — und dort schlagen vor allem Umzug, Homeoffice-Tage, Pendelstrecke, Arbeitsmittel und berufliche Sprachkurse zu Buche.
BENÖTIGTE UNTERLAGEN
Alle möglichen Dokumente für diese Route
- Lohnsteuerbescheinigung
- Nachweise der Ausgaben (Rechnungen, Kontoauszüge)
- Steuer-ID
- IBAN für die Erstattung
WO AM HÄUFIGSTEN GELD UND ZEIT VERLOREN GEHEN
- Nicht abgeben, weil keine Pflicht besteht. Die freiwillige Erklärung geht vier Jahre rückwirkend, und die Erstattungsstatistik spricht für sich: Das Geld bleibt im Haushalt, weil es niemand abholt.
- Belege sammeln, ohne die Pauschale zu kennen. Die ersten 1230 € an Werbungskosten werden ohnehin angesetzt — Aufwand lohnt erst darüber, dafür dann vollständig.
- Bei Pflichtabgabe die Frist zum 31. Juli reißen. Der Verspätungszuschlag beginnt bei 25 € je angefangenem Monat, unabhängig davon, ob am Ende Erstattung oder Nachzahlung steht.
- Den Bescheid entgegennehmen, ohne ihn zu lesen. Für den Einspruch bleibt genau ein Monat ab Bescheiddatum; danach ist er bestandskräftig, auch wenn sich das Amt geirrt hat.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR ROUTE
Was bringt das und wie viel Zeit kostet es?▾
Die durchschnittliche Erstattung liegt bei 1172 €, und rund 87 Prozent der Abgebenden bekommen Geld zurück. Zeitlich ist die erste Erklärung per App eine Abendaufgabe: Die Fragen sind in einfacher Sprache gestellt, Abzüge werden vorgeschlagen. Das kostenlose ELSTER verlangt mehr Geduld, kostet dafür nichts.
Ich bin frisch zugezogen — mit welchem Jahr anfangen?▾
Mit dem Umzugsjahr, es ist fast immer das lohnendste. Umzugskosten, doppelte Miete im Übergang und die Wohnungssuche zählen zu den absetzbaren Posten und ergeben zusammen häufig eine Erstattung, für die sich ein Abend lohnt. Danach geht es Jahr für Jahr vorwärts leichter.
Ich habe nicht das ganze Jahr gearbeitet — lohnt die Abgabe?▾
In der Regel ja, und es ist eine der verlässlichsten Erstattungssituationen überhaupt. Die Lohnsteuer wird monatlich so einbehalten, als verdienten Sie das ganze Jahr gleich viel. Wurde nicht durchgehend gearbeitet — Zuzug, Elternzeit, Pause zwischen Jobs —, war der Abzug zu hoch, und die Differenz kommt über die Erklärung zurück.
Wie lange dauert es bis zum Geld?▾
Der Bescheid kommt üblicherweise nach vier bis zwölf Wochen, danach wird auf das angegebene Konto überwiesen. Den Bescheid sollten Sie mit der eigenen Rechnung abgleichen: Einkünfte, Abzüge, Ergebnis. Bei Abweichung bleibt ein Monat für den Einspruch — danach ist er endgültig.