Deutschland Kompass
↰ AGG: Benachteiligung geltend machen und Fristen halten
SCHRITT

Prüfen, ob der Fall unter das AGG fällt

Das Gesetz schützt nicht vor jeder Ungerechtigkeit, sondern vor Benachteiligung wegen acht genannter Gründe. Zuerst Grund und Bereich bestimmen, sonst führt der Weg nicht weiter.

✓ Geprüft: 11.8.2026

WAS ZU TUN

Nächster Schritt →
› Details und Tipps
👨🏻‍💻
Max empfiehlt:

Beginnen Sie mit dem Grund, nicht mit dem Gefühl der Ungerechtigkeit. Eine Ablehnung mit den Worten Sie passen nicht zu uns ist ohne Bezug zu einem gesetzlichen Grund kein AGG-Fall — dort greifen andere Normen.

👩🏼‍💼
Lea empfiehlt:

In Stellenanzeigen versteckt sich Diskriminierung meist beim Alter und bei der Sprache: Formulierungen wie junges dynamisches Team oder die Forderung nach Deutsch als Muttersprache ohne betriebliche Notwendigkeit sind die typischen Indizien.

Nützliche Tools

  • Antidiskriminierungsstelle des Bundes legal-info

    Bundesstelle gegen Diskriminierung: kostenlose Beratung zum AGG und Landkarte örtlicher Beratungsstellen.


HÄUFIGE FRAGEN

Welche Gründe schützt das Gesetz? ▾

Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. Andere Motive fallen, auch wenn sie unfair sind, nicht unter dieses Gesetz.

Was ist eine mittelbare Benachteiligung? ▾

Eine dem Anschein nach neutrale Vorschrift oder ein Verfahren, das Personen mit einem der Gründe in besonderer Weise benachteiligen kann. Zulässig bleibt es nur, wenn es durch ein rechtmäßiges Ziel sachlich gerechtfertigt und die Mittel angemessen und erforderlich sind.

Zählt das Verhalten von Kollegen als Diskriminierung? ▾

Ja, wenn es unerwünschtes Verhalten im Zusammenhang mit einem gesetzlichen Grund ist, das die Würde verletzt und ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld schafft. Die sexuelle Belästigung nennt das Gesetz gesondert.

Und wenn der Grund nur vermutet wurde? ▾

Das Verbot greift auch dann: Eine Benachteiligung liegt vor, wenn die handelnde Person das Vorliegen eines Grundes nur annimmt. Eine irrige Annahme nimmt den Schutz nicht weg.

Gilt das Gesetz auch bei Miete und Einkauf? ▾

Im Zivilrecht gilt es für Massengeschäfte, für Geschäfte, bei denen das Ansehen der Person nachrangig ist, und für private Versicherungen. Wegen Rasse und ethnischer Herkunft reicht der Schutz weiter. Für Wohnraum gibt es Ausnahmen: die Vermietung ist in der Regel kein Massengeschäft, wenn der Vermieter insgesamt nicht mehr als 50 Wohnungen vermietet.

OFFIZIELLE QUELLEN

Teilen