Die deutsche Erbschaftsteuer schreckt normale Familien mehr, als sie trifft: die persönlichen Freibeträge (500 000 € Ehepartner, 400 000 € Kind) decken die meisten Nachlässe ganz. Eine Pflicht wird aber vergessen: die Erbschaft binnen 3 Monaten beim Finanzamt anzeigen, auch ohne Steuer.
Erbschaft: Steuer und Freibeträge
Der Nachlass unterliegt der Erbschaftsteuer, aber mit hohen persönlichen Freibeträgen: Ehepartner 500 000 €, Kinder je 400 000 €. Viele Familien zahlen gar keine Steuer — die Erbschaft aber beim Finanzamt anzeigen müssen alle.
✓ Geprüft: 18.7.2026
WAS ZU TUN
Nachlassgericht (Amtsgericht)
BundesbehördeErbschein, Testamentseröffnung und Erbausschlagung laufen über das Nachlassgericht (Abteilung des Amtsgerichts) am letzten Wohnsitz des Erblassers.
› Details und Tipps
Die Erbschaft in den ersten Wochen per kurzem Brief beim Finanzamt angezeigt — Steuer fiel wegen des Freibetrags keine an, aber die Anzeigepflicht war erfüllt. Das Amt teilte mit, dass keine Erklärung nötig ist.
Für entfernte Verwandte und Freunde beträgt der Freibetrag nur 20 000 € bei hoher Steuerklasse — hier beißt die Steuer. Bei so einem geplanten Nachlass früh vorsorgen (Schenkungen mit Abstand, Testament): nach dem Tod bleiben kaum Optionen.
HÄUFIGE FRAGEN
Wie viel Nachlass ist steuerfrei? ▾
Persönlicher Freibetrag: Ehepartner 500 000 €, jedes Kind 400 000 €, Enkel 200 000 €, übrige (Freunde, entfernte Verwandte) nur 20 000 €. Besteuert wird nur der Überschuss — daher zahlen die meisten Familiennachlässe keine Steuer.
Muss ich die Erbschaft melden, wenn keine Steuer anfällt? ▾
Ja: § 30 ErbStG verlangt die Anzeige beim Finanzamt binnen 3 Monaten unabhängig von der Höhe. Das Amt entscheidet dann, ob eine Erklärung nötig ist. Verschweigen ist ein Verstoß.
Ich erbe die Elternwohnung — Steuer? ▾
Das Familienheim ist für den Ehepartner bei Weiternutzung steuerfrei, für Kinder bei Nutzung und bis 200 m². Sonst zählt der Verkehrswert minus Freibetrag. Bei großen Immobilien ist die Steuer real — planen.