Das deutsche Recht steht hier unerwartet auf der Seite des Mieters: Bei einem Mangel entfällt die Pflicht zur vollen Miete von selbst, kraft Gesetzes. Gestritten wird nicht über das Recht zu mindern, sondern darüber, ob ein Mangel vorliegt und wie schwer er wiegt.
Was ein Mangel ist und warum die Minderung von selbst eintritt
Ist die Wohnung weniger tauglich als geschuldet, schuldet der Mieter kraft Gesetzes nur eine angemessen herabgesetzte Miete. Eine Erlaubnis des Vermieters braucht es dafür nicht.
✓ Geprüft: 1.8.2026
WAS ZU TUN
› Details und Tipps
Ich habe einen Monat darüber gestritten, ob ich mindern darf. Die Minderung war längst kraft Gesetzes eingetreten — zu streiten war über Höhe und Anzeige.
Fotografieren Sie den Mangel mit Datum, und zwar wiederholt statt einmalig. Die Entwicklung von Schimmel über drei Wochen überzeugt mehr als jede Beschreibung.
HÄUFIGE FRAGEN
Was gilt als Mangel? ▾
Ein Zustand, in dem die vertragsgemäße Tauglichkeit der Wohnung gemindert oder aufgehoben ist: Heizung ohne Wärme, Schimmel, Wassereintritt, dauerhafter starker Baulärm, ein ausgefallener Aufzug ohne Alternative. Maßgeblich ist die Abweichung von dem, was Sie erwarten durften.
Muss man die Minderung genehmigen lassen? ▾
Nein. Das Gesetz sagt es unmittelbar: Für die Zeit, in der die Tauglichkeit gemindert ist, ist nur eine angemessen herabgesetzte Miete zu entrichten. Das folgt aus dem Mangel selbst, nicht aus einer Entscheidung des Vermieters.
Berechtigt jede Kleinigkeit dazu? ▾
Nein. Das Gesetz nimmt unerhebliche Beeinträchtigungen ausdrücklich aus. Ein tropfender Hahn oder ein einzelner lauter Abend genügen nicht; es geht um das, was die Nutzung tatsächlich behindert.
Und wenn der Mangel beim Einzug schon bekannt war? ▾
Dann entfällt das Minderungsrecht wegen dieses Mangels in der Regel: Wer die Wohnung in Kenntnis des Zustands annimmt, akzeptiert ihn. Deshalb hat das Übergabeprotokoll Bedeutung weit über den Einzugstag hinaus.