Klären, ob überhaupt eine Pflicht zu Überstunden besteht
Eine allgemeine Pflicht, über die vereinbarte Zeit hinaus zu arbeiten, gibt es nicht. Es braucht eine Grundlage — Vertrag, Tarif, Betriebsvereinbarung oder eine echte Notlage.
✓ Geprüft: 11.8.2026
WAS ZU TUN
› Details und Tipps
Die Grenzen des ArbZG gelten auch, wenn Sie selbst mehr arbeiten wollen: das ist Arbeitsschutz und keine Vertragsdisposition. Ein Verzicht im Vertrag wirkt nicht.
Prüfen Sie, ob es eine Betriebsvereinbarung zur Arbeitszeit gibt. Sie regelt die Abgeltung oft klarer als der Arbeitsvertrag selbst.
Nützliche Tools
- BMAS — Bundesministerium für Arbeit und Soziales legal-info
Bundesarbeitsministerium: amtliche Erläuterungen zu Arbeitsrecht, Urlaub und Arbeitszeit.
HÄUFIGE FRAGEN
Kann der Arbeitgeber einfach anordnen zu bleiben? ▾
Das Weisungsrecht kann Inhalt, Durchführung, Zeit und Ort der Tätigkeit betreffen, den Umfang der vereinbarten Arbeitszeit erweitert es aber nicht. Eine Pflicht zu Überstunden folgt aus Vertrag, Tarif, Betriebsvereinbarung oder einer echten Notlage.
Welche Grenzen zieht das Gesetz? ▾
Die werktägliche Arbeitszeit darf acht Stunden nicht überschreiten. Auf bis zu zehn Stunden verlängert werden darf sie nur, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.
Was heißt „im Durchschnitt“? ▾
Dass Mehrarbeit innerhalb des Ausgleichszeitraums wieder abgebaut werden muss: lange Tage sind zulässig, solange der Schnitt über ein halbes Jahr oder 24 Wochen stimmt. Das ist Arbeitsschutz und gilt unabhängig davon, ob die Stunden bezahlt werden.
Was hat der Betriebsrat damit zu tun? ▾
Fehlt eine gesetzliche oder tarifliche Regelung, bestimmt er bei der vorübergehenden Verlängerung oder Verkürzung der betriebsüblichen Arbeitszeit mit. Überstunden ohne seine Beteiligung sind nicht nur Ihr Streit mit dem Arbeitgeber.
Und wenn im Vertrag steht „Überstunden können anfallen“? ▾
Dieser Satz beantwortet die zwei entscheidenden Fragen nicht: wie viele Stunden und wie sie abgegolten werden. Genau diese beiden Punkte bestimmen, ob Ihnen Geld oder Freizeit zusteht.