ROUTE
P-Konto: Kontopfändung abwehren
Eine Kontopfändung friert alles ein — Miete, Essen, Ticket. Ein Antrag verwandelt das Girokonto in ein P-Konto: der Grundfreibetrag ist gesetzlich geschützt, mit Kindern mehr.
✓ Geprüft: 18.7.2026
Eine Kontopfändung friert alles ein: Miete, Lebensmittel, Fahrkarten, Kita. Ein normales Girokonto schützt dabei nichts, und das Geld bleibt selbst für das Existenzminimum unerreichbar.
› Mehr über diese Route
Die Route aus vier Schritten geht die gesamte Lage durch: was bei einer Pfändung geschieht und in welchen Fristen, wie das eigene Konto mit einem Antrag zum geschützten Konto wird, wie sich der geschützte Betrag bei Kindern und Unterhaltspflichten erhöhen lässt, und wie der Alltag damit funktioniert.
Wichtig vorab: Die Bank ist zur Umwandlung verpflichtet und darf sie nicht verweigern. Der Antrag ist formlos möglich, und die Umwandlung wirkt auch auf eine bereits laufende Pfändung — es lohnt sich also selbst dann, wenn das Geld schon eingefroren ist.
WO AM HÄUFIGSTEN GELD UND ZEIT VERLOREN GEHEN
- Warten, bis sich die Lage von selbst löst. Eine Pfändung endet nicht mit der Zeit, das geschützte Konto lässt sich jederzeit einrichten, auch nachträglich.
- Statt der Umwandlung ein neues Konto bei einer anderen Bank eröffnen. Ein geschütztes Konto ist nur einmal zulässig, und verschwiegene Konten verschlimmern die Lage.
- Den geschützten Betrag nicht erhöhen. Der Grundbetrag gilt für eine Person; bei Kindern und Unterhaltspflichten steigt er auf Bescheinigung.
- Die Erneuerung der Bescheinigung versäumen. Nachweise für den erhöhten Betrag gelten befristet und müssen verlängert werden.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR ROUTE
Darf die Bank die Umwandlung ablehnen?▾
Nein. Kunden können die Umwandlung ihres Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto verlangen, und die Bank muss dem innerhalb einer kurzen Frist nachkommen. Eine Ablehnung ist unzulässig und unabhängig von der Zustimmung des Gläubigers.
Wie viel Geld bleibt geschützt?▾
Ein monatlicher Grundbetrag ist automatisch geschützt und auf eine Person zugeschnitten. Bei Unterhalt für Kinder oder andere Personen sowie bei bestimmten Leistungen erhöht sich der Betrag auf Nachweis.
Wer stellt die Bescheinigung für die Erhöhung aus?▾
Arbeitgeber, Familienkasse, Sozialamt, Schuldnerberatung oder andere anerkannte Stellen, je nach Grund. Die Bescheinigung wird der Bank vorgelegt, die daraufhin die höhere Grenze anwendet.
Darf man zwei geschützte Konten haben?▾
Nein, zulässig ist nur eines. Ein zweites wird über den Datenabgleich entdeckt und kostet den Schutz, deshalb wird das Konto umgewandelt, auf dem die Einkünfte eingehen.