ROUTE
Pflegegrad beantragen
Wer einen Angehörigen pflegt, bekommt 347 bis 990 € Pflegegeld im Monat. Wie der Pflegegrad-Antrag läuft und wie man die Begutachtung besteht.
✓ Geprüft: 18.7.2026
Die Pflegeversicherung ist in Deutschland Pflicht für alle und zahlt Geld, wenn ein Angehöriger im Alltag Hilfe braucht. Die entscheidende Einzelheit, von der viele spät erfahren: Gezahlt wird auch dann, wenn die Pflege von Angehörigen selbst geleistet wird und kein Dienst kommt.
KOSTEN UND FRISTEN
Fristen, die Sie nicht verpassen dürfen
- Bescheid muss binnen 25 Arbeitstagen kommen; Leistungen ab AntragsmonatPflegegrad: Antrag und MD-Besuchharte Frist
Die Beträge folgen den amtlichen Gebühren zum Prüfdatum des jeweiligen Schritts. In Ihrer Stadt kann der Satz abweichen — Details im Schritt selbst.
› Mehr über diese Route
Die Route aus zwei Schritten führt durch alles: den Antrag bei der Pflegekasse und die Vorbereitung auf den Begutachtungstermin, von dem der festgestellte Grad abhängt, sowie die Übersicht der Leistungen auf jeder Stufe.
Entscheidend ist genau dieser Begutachtungstermin, und die Vorbereitung darauf wiegt schwerer als alles Übrige zusammen. Bewertet werden nicht Diagnosen, sondern die Selbständigkeit in konkreten Alltagshandlungen — und an einem guten Tag wirkt ein Mensch oft selbständiger als er lebt.
WO AM HÄUFIGSTEN GELD UND ZEIT VERLOREN GEHEN
- Den Begutachtungstermin als Vorzeigetag vorbereiten. Bewertet wird der normale Alltag, und ein geschöntes Bild führt zu einem zu niedrigen Grad.
- Kein Pflegetagebuch führen. Aufzeichnungen darüber, welche Hilfe wie oft am Tag nötig ist, sind das stärkste verfügbare Argument.
- Den Gutachter ohne die pflegende Person empfangen. Gerade Angehörige kennen die tatsächlichen Schwierigkeiten, die der Betroffene verschweigt.
- Einen zu niedrigen Grad hinnehmen. Für den Widerspruch bleibt ein Monat, und ein erheblicher Teil der Bescheide wird danach geändert.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR ROUTE
Was bewertet der Gutachter genau?▾
Nicht Diagnosen, sondern die Selbständigkeit im Alltag: Mobilität, Selbstversorgung, Kommunikation, Umgang mit der Erkrankung und Gestaltung des Alltags. Daraus ergibt sich der Grad, und von ihm hängen alle Leistungen ab.
Wird auch die Pflege durch Angehörige bezahlt?▾
Ja, bei Pflege durch Nahestehende wird Geld direkt an die pflegebedürftige Person gezahlt, die frei darüber verfügt, auch zugunsten der pflegenden Person. Zusätzlich gibt es die Kombination mit einem teilweise eingesetzten Dienst.
Wie bereitet man sich auf den Termin vor?▾
Mindestens eine Woche lang Tagebuch führen: was allein nicht mehr gelingt, wie oft am Tag Hilfe nötig ist, was nachts passiert. Die Anwesenheit der pflegenden Angehörigen ist wichtig — sie sprechen aus, was die betroffene Person verschweigt.
Was tun bei einem zu niedrigen Grad?▾
Innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen und Pflegetagebuch sowie ärztliche Befunde beilegen. Der Erstbescheid beruht oft auf einem unvollständigen Bild, und nach Ergänzung ändert sich die Bewertung.