ROUTE
Private Altersvorsorge
Die gesetzliche Rente reicht den meisten nicht — die Differenz ist die Rentenlücke. Wie man sie ohne teure Vermittler schließt: bAV, Riester/Rürup für wen, und der ETF-Sparplan als flexible Alternative.
✓ Geprüft: 18.7.2026
Die gesetzliche Rente ist als Grundlage gedacht, nicht als Ersatz für das Gehalt. Der Abstand zwischen gewohntem Einkommen und späterer Zahlung heißt Rentenlücke, und schließen muss man sie selbst. Das Problem: Genau an diesem Thema verdienen Vermittler — verkauft wird nicht, was passt, sondern was gut vergütet wird.
› Mehr über diese Route
Die Route aus vier Schritten führt von der Rechnung zur Entscheidung: zuerst die Lücke ehrlich beziffern, dann die betriebliche Altersvorsorge prüfen, danach die staatlich geförderten Verträge und zuletzt die schlichte Alternative aus regelmäßigen Einzahlungen an der Börse.
Die Reihenfolge ist kein Zufall. Die betriebliche Vorsorge beginnt in der Regel mit dem Zuschuss des Arbeitgebers und der Ersparnis bei Steuern und Beiträgen, deshalb wird sie zuerst geprüft. Erst wenn diese Reserve genutzt ist, lohnt der Vergleich des Übrigen — und zwar über die Kosten des Vertrags, nicht über die schöne Endsumme in der Präsentation.
WO AM HÄUFIGSTEN GELD UND ZEIT VERLOREN GEHEN
- Mit dem Produkt statt mit der Rechnung anfangen. Ohne die Zahl der Lücke bleibt offen, wie viel zurückzulegen ist, und jeder Vertrag ist geraten.
- Nicht nach der betrieblichen Altersvorsorge fragen. Der Zuschuss des Arbeitgebers und die Beitragsersparnis sind der günstigste Teil der Lösung und verfallen ungefragt.
- Nur auf die Endsumme der Präsentation schauen. Entscheidend sind Kosten und Flexibilität: Ein Vertrag über Jahrzehnte muss eine Beitragspause und einen Jobwechsel überstehen.
- Einen langen Vertrag unter Druck unterschreiben. Ein Rabatt „nur heute“ ist ein Verkaufssignal, keine Rechnung; ein guter Vertrag wartet eine Woche.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR ROUTE
Womit fängt private Altersvorsorge an?▾
Mit der Rechnung über die Lücke zwischen erwarteter gesetzlicher Rente und dem benötigten Einkommen. Solange diese Zahl fehlt, ist die Produktwahl sinnlos: Weder die Sparrate noch die Laufzeit lassen sich bestimmen.
Was ist die betriebliche Altersvorsorge und für wen lohnt sie?▾
Ein Vertrag, in den aus dem Bruttogehalt eingezahlt wird und zu dem der Arbeitgeber einen Anteil beisteuern muss. Durch diesen Zuschuss und die Ersparnis bei Steuern und Beiträgen ist sie meist günstiger als ein frei verkaufter Vertrag.
Für wen passen die staatlich geförderten Verträge?▾
Vor allem für Familien mit Kinderzulagen und für Menschen mit hoher Steuerlast — dort überwiegt die Förderung die strengen Regeln. Alle anderen sollten sie sorgfältig gegen flexiblere Wege rechnen.
Kann man statt eines Vertrags einfach selbst sparen?▾
Ein regelmäßiger Sparplan auf einen breiten Börsenindex ist die verbreitete Alternative: flexibel und in den Kosten meist niedriger. Dafür gibt es keine garantierte Zahlung und keine Förderung, und Schwankungen muss man selbst aushalten.