ROUTE
Mieterhöhung prüfen
Schreiben zur Mieterhöhung erhalten? Nicht jede Erhöhung ist wirksam. Wie Sie Begründung und Kappungsgrenze prüfen, die Zustimmungsfrist wahren und Sonderfälle erkennen.
✓ Geprüft: 20.7.2026
Ein Schreiben zur Mieterhöhung wirkt wie eine Tatsache, ist im deutschen Recht aber ein Verlangen nach Zustimmung. Die Vermieterseite kann die Miete nicht einseitig anheben: Sie muss einen Grund nennen, ihn begründen und Ihre Zustimmung abwarten — oder sie gerichtlich ersetzen lassen.
KOSTEN UND FRISTEN
Fristen, die Sie nicht verpassen dürfen
- Zustimmungsfrist (Überlegungsfrist): bis Ende des zweiten Monats nach ZugangMieterhöhung: Fristen und Antwortharte Frist
Die Beträge folgen den amtlichen Gebühren zum Prüfdatum des jeweiligen Schritts. In Ihrer Stadt kann der Satz abweichen — Details im Schritt selbst.
› Mehr über diese Route
Zu prüfen sind drei Dinge: ob die Wartezeit seit der letzten Erhöhung abgelaufen ist, ob die Kappungsgrenze für den Dreijahreszeitraum eingehalten wurde, und ob die Erhöhung zulässig begründet ist — durch Mietspiegel, Vergleichswohnungen oder Gutachten.
Die Route aus drei Schritten geht alle Varianten durch: die gewöhnliche Erhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete, die Überlegungsfrist und die Folgen von Zustimmung oder Ablehnung, und die Sonderfälle — Erhöhung nach Modernisierung sowie Index- und Staffelmietverträge, für die ganz andere Regeln gelten.
WO AM HÄUFIGSTEN GELD UND ZEIT VERLOREN GEHEN
- Stillschweigend den neuen Betrag überweisen. Die Zahlung gilt als Zustimmung zur Erhöhung, und danach ist sie kaum noch anzugreifen.
- Wartezeit und Kappungsgrenze nicht prüfen. Beide Schranken gelten unabhängig von der Begründung, und ihre Verletzung macht das Verlangen unwirksam.
- Das Schreiben ganz ignorieren. Schweigen schützt nicht: Nach Fristablauf kann auf Zustimmung geklagt werden.
- Die Modernisierungserhöhung wie eine gewöhnliche behandeln. Dort gelten eine eigene Berechnung und eine eigene Grenze, die üblichen Schranken greifen nicht.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR ROUTE
Muss man einer Mieterhöhung zustimmen?▾
Die gewöhnliche Erhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete braucht Ihre Zustimmung. Ist das Verlangen berechtigt und sind die Fristen gewahrt, folgt auf eine Ablehnung meist die Klage, in der das Gericht die Zustimmung ersetzt.
Wie lange läuft die Überlegungsfrist?▾
Bis zum Ende des zweiten Kalendermonats nach Zugang des Schreibens. In dieser Zeit darf die Miete nicht erhöht werden, und genau sie dient der Prüfung der Begründung.
Wie prüft man, ob die Erhöhung berechtigt ist?▾
Durch Abgleich mit dem Mietspiegel der Stadt für Wohnungsgröße, Lage und Baujahr. Die Vermieterseite muss das Begründungsmittel angeben, und es lässt sich selbst oder über den Mieterverein überprüfen.
Gelten die Grenzen auch bei einer Indexmiete?▾
Nein, bei Index- und Staffelmietverträgen ändert sich die Miete nach dem vorab vereinbarten Mechanismus, und die üblichen Schranken greifen dort nicht. Geprüft werden der Vertrag selbst und die Richtigkeit der Berechnung.