ROUTE
Eigentümerversammlung: Beschlüsse, Abrechnung, Anfechtung
Wie die Eigentümerversammlung funktioniert, worüber bei der Jahresabrechnung abgestimmt wird und warum für die Anfechtung ein Monat und zwei Monate gelten.
✓ Geprüft: 11.8.2026
Die Eigentümerversammlung ist das einzige Organ, das über das Haus entscheidet: wie viel monatlich zu zahlen ist, was saniert wird, wer Verwalter ist und ob eine Ladestation entstehen darf. Ihre Beschlüsse binden alle Eigentümer, auch die abwesenden, und sie gelten selbst dann, wenn sie gegen das Gesetz verstoßen — solange kein Gericht sie aufhebt. Genau deshalb ist diese Strecke um Fristen gebaut: ein Monat für die Klage und zwei Monate für die Begründung, gerechnet ab dem Tag der Abstimmung und nicht ab dem Tag, an dem das Protokoll im Briefkasten liegt.
KOSTEN UND FRISTEN
Fristen, die Sie nicht verpassen dürfen
- Einberufungsfrist mindestens drei Wochen, außer bei besonderer DringlichkeitEinladung und Tagesordnung auseinandernehmenRichtwert
- Anfechtungsklage innerhalb eines Monats nach der BeschlussfassungDen Beschluss fristgerecht anfechtenharte Frist
- Begründung innerhalb zweier Monate nach der BeschlussfassungDen Beschluss fristgerecht anfechtenharte Frist
Die Beträge folgen den amtlichen Gebühren zum Prüfdatum des jeweiligen Schritts. In Ihrer Stadt kann der Satz abweichen — Details im Schritt selbst.
› Mehr über diese Route
Die Strecke geht ein Gemeinschaftsjahr vollständig durch: warum ein nicht angekündigter Punkt keinen tragfähigen Beschluss ergibt, wie Stimmen gezählt werden und weshalb der Protokolltext zählt, worin sich Wirtschaftsplan und Jahresabrechnung unterscheiden und worüber am Jahresende tatsächlich abgestimmt wird, wie die Anfechtung funktioniert und wo die Grenze zwischen Nichtigkeit und Anfechtbarkeit liegt, und was danach verlangt werden kann — Umsetzung der Beschlüsse und privilegierte bauliche Veränderungen. Ihren Beschluss bewerten wir nicht und einen Prozessausgang versprechen wir nicht: die Strecke zeigt den Aufbau des Verfahrens und die Stellen, an denen Schweigen Geld kostet.
BENÖTIGTE UNTERLAGEN
Alle möglichen Dokumente für diese Route
- Einladung mit Tagesordnung
- Wirtschaftsplan oder Jahresabrechnung
- Protokolle früherer Versammlungen
- Wirtschaftsplan
- Jahresabrechnung
- Vermögensbericht
WO AM HÄUFIGSTEN GELD UND ZEIT VERLOREN GEHEN
- Auf das Protokoll warten, um über die Anfechtung zu entscheiden. Der Monat läuft ab der Beschlussfassung, das Protokoll kommt oft zwei bis drei Wochen später.
- Gegen die Nachbarn klagen statt gegen die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer. Das Gesetz benennt den Beklagten ausdrücklich, und der Fehler kostet die Frist.
- Die Jahresabrechnung anfechten. Beschlossen werden Nachschüsse und die Anpassung der Vorschüsse — und genau dieser Beschluss ist der Angriffspunkt.
- Annehmen, ein rechtswidriger Beschluss sei von selbst unwirksam. Er gilt, bis ein Gericht ihn für ungültig erklärt — außer in Fällen echter Nichtigkeit.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR ROUTE
Für wen ist diese Strecke gedacht?▾
Für Eigentümer einer Wohnung in einer Wohnungseigentümergemeinschaft, ob selbst genutzt oder vermietet. An Mieter richtet sie sich nicht: Mieter haben in der Versammlung keine Stimme und kein Anfechtungsrecht, ihr Verhältnis regelt der Mietvertrag.
Muss das Hausgeld gezahlt werden, während der Beschluss angefochten wird?▾
Ja. Der Beschluss gilt, solange kein Gericht ihn für ungültig erklärt hat, deshalb sind Vorschüsse und Nachschüsse auch während des Streits zu zahlen. Zahlungsverweigerung schafft eine eigene Schuld gegenüber der Gemeinschaft, die unabhängig vom Ausgang der Klage eingezogen wird.
Was tun, wenn der Verwalter nicht reagiert und keine Versammlung stattfindet?▾
Das Gesetz gibt zwei Werkzeuge: das Einberufungsverlangen von mehr als einem Viertel der Eigentümer und die Einberufung durch den Beiratsvorsitzenden oder einen ermächtigten Eigentümer. Bleibt ein notwendiger Beschluss aus, hilft die Beschlussersetzungsklage.
Muss man vor Gericht, um etwas zu ändern?▾
Nein, und das meiste läuft über Stimmen: die Verteilung einzelner Kostenarten, die Nutzungsregeln, die Bestellung des Verwalters ändern sich durch Mehrheitsbeschluss. Das Gericht bleibt das letzte Mittel mit harten Fristen.