ROUTE
Todesfall: was zu tun ist
Arzt, Standesamt binnen drei Werktagen, Bestattung nach Landesrecht und die lange Liste aus Verträgen, Renten und Versicherungen — der Reihe nach.
✓ Geprüft: 1.8.2026
Wenn ein Angehöriger stirbt, kommt der bürokratische Teil früher, als irgendjemand darauf vorbereitet ist. Die Reihenfolge ist dabei streng und lässt kaum Wahl: zuerst der Arzt und seine Bescheinigung, dann das Standesamt in sehr kurzer Frist, danach die Bestattung nach dem Recht Ihres Landes und erst dann die lange Liste der Verträge und Leistungen.
› Mehr über diese Route
Die Route aus vier Schritten geht diese Folge vollständig durch. Es geht nicht um Trauer, sondern darum, in Tagen, in denen Nachdenken kaum möglich ist, kein Geld zu verlieren und keine Frist zu versäumen. Jeder Schritt endet mit etwas, das zu tun ist, nicht mit etwas, das gut zu wissen wäre.
Das Bestattungsrecht ist Ländersache, bundeseinheitliche Fristen gibt es hier also nicht und kann es nicht geben. Alles zu Form und Frist wird für das eigene Land geklärt, und Bestattungsunternehmen kennen diese Regeln meist besser als jedes Nachschlagewerk.
WO AM HÄUFIGSTEN GELD UND ZEIT VERLOREN GEHEN
- Erwarten, dass Verträge von selbst enden. Miete, Versicherungen und Abos laufen weiter und buchen ab, bis für jeden einzeln gekündigt und die Sterbeurkunde beigelegt wurde.
- Nur ein bis zwei Ausfertigungen der Sterbeurkunde bestellen. Versicherungen, Bank, Rentenversicherung, Vermieter und Notar fragen danach und behalten je ein Exemplar — der Weg zurück wird mehrfach fällig.
- Den Gang zur Rentenversicherung aufschieben. Für einen Teil der Hinterbliebenenleistungen gelten kurze Fristen, die sich später nicht nachholen lassen.
- Beim Bestatter unterschreiben, ohne nach der Kostenübernahme gefragt zu haben. Rückwirkend werden Kosten kaum anerkannt; Kostenvoranschläge gehören schriftlich und Überflüssiges gestrichen.
HÄUFIGE FRAGEN ZUR ROUTE
Was ist der allererste Schritt?▾
Einen Arzt rufen. Bei erwartetem Tod zu Hause den Haus- oder Bereitschaftsarzt, bei plötzlichem den Notruf. Seine Todesbescheinigung ist das Startdokument: Ohne sie tun weder Standesamt noch Bestatter noch Bank irgendetwas.
Wie viel Zeit bleibt für das Standesamt?▾
Das Gesetz verlangt die Anzeige spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag. In der Praxis übernimmt das fast immer das Bestattungsunternehmen, sicherstellen sollte man es aber gleich bei der Beauftragung.
Was passiert mit der Wohnung des Verstorbenen?▾
Das Mietverhältnis endet nicht automatisch. Das Gesetz sieht vor, dass ein bestimmter Personenkreis eintreten kann und den Beteiligten innerhalb einer Frist ein Sonderkündigungsrecht zusteht. Zögern bedeutet hier, dass die Miete weiterläuft.